Verein der Altafraner e.V.

       

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Sozialpreis 2010 für Fridolin Pflüger
Mit Freude hat Samuel Dobernecker, Zweiter Vorsitzender des Vereins der Altafraner den Sozialpreis in diesem Jahr an Fridolin Pflüger, Klasse 12, übergeben. In diesem Jahr sind uns ausschließlich Vorschläge zu Einzelpersonen zugegangen. Fridolin hat sich durch sein spitzenmäßiges Engagement in Afra deutlich abgehoben: Er hat in seinem individuellen Freiraum-Prozess – so wie ihn andere in einer wissenschaftlichen oder künstlerischen Aufgabe finden – in der Ausgestaltung des Zusammenlebens gefunden und damit die afranische Gemeinschaft entscheidend geprägt.“

Hier Samuels vollständige Laudatio vom 16.12.2010:

Liebe Afraner: Eltern, Lehrer, Schüler, Schulleitung, Altafraner,
mir wird heute das vorzügliche Vergnügen zu Teil, im Namen des Vereins der
Altafraner zwei Preise an zwei Afraner zu verleihen. Es handelt sich dabei zum
Einen um den mittlerweile schon fest im Bewusstsein der Schule verankerten
Sozialpreis, zum Anderen um eine Erstverleihung, die wohl den Wenigsten gerade
präsent ist: den dieses Jahr von den Altafranern ausgerufenen Essaypreis.
Damit das junge Pflänzchen Essaypreis nicht hinter dem herangewachsenen
Stamm unseres älteren Preises verschwindet, wende ich mich gern zuerst den
Essays zu. Ausgeschrieben war ein Wettbewerb unter allen Afranern unter 20, in
einem Text über etwas zu reflektieren, dass aus eigener Sicht die Schule
momentan bewegt. Das Wort Essay sei hier in der Übersetzung als "Versuch"
verstanden, sich-auf-die-Suche-machen nach dem, was mit dem Laden gerade los
ist. In diesem thematischen und formalen Freiraum können Ergebnisse sehr
unterschiedlicher Art herauskommen, was einerseits den Reiz des Wettbewerbs
ausmacht, andererseits den Teilnehmer vor die hohe Erwartung stellt, sich selbst in
dem Gefüge Schule-Internat-Außen orientieren zu können. Um so mehr freut es
uns, wenn uns Texte erreichen, die von einer individuell-kritischen Haltung und
einem persönlichen, ausdifferenzierten Zugang zu der Schule und ihren aktuellen
Prozessen geprägt sind. Alle diese Aspekte kann der von uns prämierte Text
vereinen und zeigt zugleich, dass ein Versuch nicht gleich ein klassischer Essay
werden muss. Ich freue mich, den 1. Preis des Essaywettbewerbs 2010 des
Vereins der Altafraner an Lisa-Marie Köhler für ihren Text "Ein Gedanke" vergeben
zu können! (Cheers)
Der 1. Preis ist verbunden mit einem Büchergutschein im Wert von 50€. Der
prämierte Essay erscheint außerdem in der Vereinszeitschrift "sapere aude" 2010.
Ich komme zum zweiten Teil der Preisverleihung und damit zur Vergabe des
Sozialpreises, dem Rückgrat des Engagements des Vereins der Altafraner für ihre
ehemalige Schule. Während dieser Preis und seine Verleihung zum Großen
Elterntag immer mehr Tradition wird, ist er immer mehr auf die Innovation von euch
Afranern angewiesen. Man kann der Beobachtung der letzten Jahre entnehmen,
dass jede Generation von Schülern ihren eigenen Weg findet, die Idee von der
Verknüpfung akademischen Interesses mit dem Einsatz für die Gemeinschaft zu
leben. Auch wenn manche Projekte dann nicht weitergeführt werden können - es
zeugt davon, dass wir noch nicht in einem institutionalisierten System
angekommen sind, wo mehr oder weniger dauerhafte Projekte reihum denselben
Preis empfangen, sondern dass die Auseinandersetzung mit dem Wert eigenen
Handelns für die Gesellschaft hier zur Lebensweise geworden ist.
Gestern am Stammtisch der Eltern im Burgkeller war die Rede davon, dass die 12.
Klasse, die die Schule immer besonders prägt, eine besonders hohe Akzeptanz für
"schräge Vögel" hat. Weil - es anscheinend gerade in diesem Jahrgang besonders
viele davon gibt. Insofern dies ein Charakteristikum ist, das die ganze Schule prägt,
ist es folgerichtig, wenn dieses Jahr ausschließlich Einzelpersonen für den Preis
vorgeschlagen wurden. Das wiederum heißt nichts anderes, als dass der Preis
allen denjenigen gilt, die sich mit ihrem individuellen, freien Engagement für die
Schule einsetzen. Dennoch hat eine 7-köpfige Gruppe von Altafranern unter den 4
nominierten Personen den Anstoß-Geber, Ärmel-Hochkrempler, Team-Player,
Unterschied-Macher, Wegbereiter, Weichensteller gesucht, um unsere
Ausschreibung zu zitieren.
Sie hat eine Persönlichkeit gefunden, die für den Freiraum Afra eine besondere
Sensibilität entwickelt hat. Jemanden, der die Lebensform Internat als immer
frische Quelle von Potentialen erlebt, die er wie auf einer Spielwiese in die
Wirklichkeit umsetzt. Er hat seinen individuellen Freiraum-Prozess - so wie ihn
andere in einer wissenschaftlichen oder künstlerischen Aufgabe finden - in der
Ausgestaltung des Zusammenlebens gefunden und damit die afranische
Gemeinschaft entscheidend geprägt. Dabei hat er gezeigt, dass man in dem
persönlichen Zugang zu einer Sache selbst transparent wird für diese - oder
anders ausgedrückt: er hat Afra für entdeckt, hat sich hineinziehen lassen vom Sog
einer persönlichen Begeisterung und am Schluss dieser amourösen Beziehung
lassen sich die beiden Partner kaum mehr unterscheiden. So wird ein Unterschied-
Macher - indem er sich erlaubt, die eigene Identität mit ihren Bedürfnissen und
Vorlieben gleichwertig mit ins Spiel zu bringen - selbst zu einem "Aufrissbrett" für
das Konzept der Freiraum-Schule, sprich: zu einem Afraner. Schon mit einem
seiner früheren Engagements hat er dabei die Grenzen der innerafranischen
Gemeinschaft überschritten und auch etlichen Altafranern ins Gedächtnis gerufen,
dass sie sich hier ruhig "zu Hause" fühlen können. Sein Einsatz für das Leitbild der
Schule und die damit verbundene Corporate Identity brachte ihm - und damit uns
allen - in der sächsischen Staatskanzlei Beachtung ein. Und nicht zuletzt die
Mitarbeit bei afrophon zeigt das Anliegen, das selbst Gewonnene über den
eigenen Freiraum hinaus zu teilen. Des Weiteren sind zu nennen: Mitarbeit und
Leitung der Neugestaltung des Internetauftritts von Sankt Afra; Ton- und
Lichttechnik bei zahlreichen Veranstaltungen; Jahresendflyer; Mensamix; rave.afra
-
Es ist mir eine große Freude, hiermit den Sozialpreis 2010 des Vereins der
Altafraner an Fridolin Pflüger zu vergeben!
Dieser Preis ist mit 200€ dotiert. Eine Verwendung im Sinne der prämierten
Engagements ist wünschenswert.

 
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